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Aufgrund meiner Arbeit wurde ich dazu verordnet, nach Peru zu fliegen. Dort sollte ich über ein gewisses Thema zu recherchieren und einen entsprechenden Bericht zu schreiben. Ich bin wohnhaft in Berlin. Da es sich bei dieser Tätigkeit um eine freiwillige Sache gehandelt hat, musste ich mich um die ganze Organisation kümmern. So buchte ich online den Flug nach Peru. Ich entdeckte ein gutes Angebot von Berlin-Tegel nach Lima (Peru) , mit Zwischenstopp in Madrid.
Das Flugzeug startete leider nicht pünktlich. Stattdessen mussten wir uns mit einer Verzögerung von ca. 2Stunden begnügen. Die Zeit, die ich dann in Madrid für den Umstieg hatte, reichte aufgrund dieser Verspätung für vorne und hinten nicht aus, sodass ich natürlich den Anschlussflug in Madrid nach Lima verpasst habe. Ich musste also auf einen Ersatzflug in Madrid warten. Nach 12Stunden und jede Menge Stress, erreichten wir endlich Lima.

Schriftlich wandte ich mich an das Luftfahrtunternehmen, über welches ich die Flüge online gebucht hatte. Diese verneinten mein Anliegen auf Schadensersatz und schrieben mir, dass ich mich an die Falschen gewandt habe. Sie hätten damit nichts zu tun, weil der Flug nicht von ihnen, sondern von einem Drittunternehmen durchgeführt worden ist (sog. Code-Sharing). Diese haben auch die Verantwortung für die Verspätung zu tragen. Ich wusste bis zum diesen Zeitpunkt nichts davon. Aus meinen Buchungsunterlagen geht nirgends hervor, wer konkret den Flug durchführt, noch konnte ich diese Information aus einem anderen Aspekt mir herleiten. Nun bin ich ganz verunsichert und auch ziemlich wütend. Ich bin etwas ratlos, weil ich nicht weiß, wie ich nun weiter vorgehen soll ...geschweige denn, gegen wen ich nun vorgehen soll.
Wer ist denn nun bei solch einem Code-Sharing das ausführende Luftbeförderungsunternehmen? Mein Vertragspartner oder doch die Fluggesellschaft, die den Flug tatsächlich durchgeführt hat? Gegen wen kann und soll ich nun vorgehen? Besteht eine Pflicht meines Vertragspartners mich zu informieren, wer den Flug ausführt?

 

Gefragt vor in Rechtsberatung von

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Hallo, 

Ihr Zubringerflug startete mit einer Verspätung von 2 Stunden. Dadurch haben Sie Ihren Anschlussflug in Madrid verpasst und sind letztendlich mit einer Verspätung von 12 Stunden in Lima angekommen. Als Sie sich an die Airline wandten, bei der Sie den Flug gebucht haben, machten diese auf Sie aufmerksam, dass diese nicht zuständig seien, da der betroffene Flug im Rahmen von Code-Sharing von einem Drittunternehmen durchgeführt worden ist. Nun stellt sich Ihnen die Frage gegen wen Sie vorgehen können. 

Zu Beginn möchte ich folgende Urteile anbringen:

AG Frankfurt, Urteil vom 15.6.2007, Az. 31 C 739/07 (bei Google einfach eingeben: "31 C 739/07 reise-recht-wiki.de")

Im Rahmen eines Code-Sharing-Fluges haftet lediglich das ausführende, nicht das beauftragende Unternehmen.

BGH, Urteil vom 26.11.2009, Az. Xa ZR 132/08 (den Volltext finden Sie, wenn Sie im "reise-recht-wiki.de" suchen: "Xa ZR 132/08")

Entsteht eine Verspätung oder Annullierung im Sinne der Europäischen Fluggastrechteverordnung, so muss sich der Anspruch auf Ausgleichszahlung gegen das den Flug tatsächlich ausführende Luftfahrtunternehmen richten.

Die Airline, bei der Sie die Flüge gebucht haben, machte Sie darauf aufmerksam, dass sie sich die Flugstrecke im Rahmen eines Code-Sharings mit einem Drittunternehmen geteilt haben und das dieses auch das ausführende Luftfahrtunternehmen für den verspäteten Flug war. Aufgrund der eben genannten Urteile, bin ich der Meinung, dass Sie Ihre Ansprüche aus EU-Fluggastrechteverordnung gegen das Drittunternehmen geltend machen müssen.

Muss die Airline Sie informieren, wer den Flug ausführt?

Die Information über die Frage, wer den Flug denn jetzt ausführt, kann man auf unterschiedliche Weise erhalten. So muss z.B. auf den Tickets angegeben werden, welche Airline welchen Flug (im Fall von Teilflügen) ausführt.  Aber auch an der Uniform der Crew oder der Sitzbestickung kann man erkennen, welche Fluggesellschaft jetzt das ausführende Luftfahrtunternehmen im Sinne der EU-Fluggastrechteverordnung ist.

Für weitergehende Informationen kann Ihnen bestimmt ein Fachanwalt weiterhelfen. Ich kann hier nur meine Rechtsmeinung wiedergeben. 

http://www.flugrechte.eu/18/ich-suche-einen-fachanwalt-für-reiserecht?show=18#q18

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