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Hallo,

ich bin mir nicht sicher, ob diese Frage in dieses Forum passt, aber ich weiß sonst auch nicht weiter.

Seit einer Wirbelsäulenoperation bin ich gezwungen einen Gehstock zu benutzen. Als ich letztens mit der Straßenbahn fahren wollte, betrat ich diese gegen 10:40. Ich bin wie eben schon erwähnt stark eingeschränkt was das Bewegen betrifft und kann zur zeit nur im Schritttempo laufen, maximal.

Jedenfalls betrat ich die Straßenbahn, und versuchte umgehend einen der Sitzplätze zu erreichen, doch noch bevor mir dies gelang, fing die Bahn an, in einem sehr zügigen Tempo zu starten.  Zu sdiesem Zeitpunkt hatte ich aber noch nicht die Möglichkeit mich irgendwo festzuhalten, und prallte daher mit voller Wucht gegen die Wand der Straßenbahn, und stürzte daraufhin zu boden. Vor lauter Schmerzen konnte ich nicht mehr aufstehen und der Krankenwagen musste gerufen werden.  Weil ich das Gleichgewicht verlor, knallte ich mit meiner linken Schulter gegen die Wand und dann zu Boden.

Durch diesen Sturz verletzte ich mich schwer an der Schulter, ich habe bis heute starke Schmerzen in der Schulter. Ich habe eine Rotatorenmanschettenruptur in der linken Schulter erlitten, die wie gesagt bis heute schmerzt.  Ich kann seitdem meinen linken Arm nicht mehr richtig bewegen…

Ich bin der Meinung, an diesem Zustand ist nur die Straßenbahn schuld, denn ich wollte mich ja irgendwo festhalten, aber ich hatte dafür keine Zeit, weil die Bahn zu schnell angefahren ist.  Da die Rotatorenmanschettenruptur durch eine Operation nicht einfach wieder geheilt werden kann, handelt es sich dabei um einen Dauerschaden.

Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob das der richtige Ort für sowas ist, aber theoretisch habe ich mit der Bahn ja auch eine Reise unternommen…

Gefragt in Rechtsberatung von

1 Antwort

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Hallo,

 

als Sie eine Straßenbahn betreten haben und diese losfuhr, konnten Sie sich nicht rechtzeitig irgendwo festhalten, weswegen Sie sich stürzten und eine Rotatorenmanschettenruptur in der linken Schulter erlitten. 

Jetzt stellt sich Ihnen die Frage ob die Straßenbahn an diesem Unfall Schuld ist und ob Sie einen Entschädigungsanspruch gegen die Straßenbahn haben.

 

Dazu möchte ich zunächst auf folgende Urteile eingehen:

 

LG Essen, Urteil vom 4.1.2016, Az. 18 O 325/15 (bei Google zu finden unter: „18 O 325/15 reise-recht-wiki.de“)

Eine ältere Frau stürzte als die Straßenbahn, in die sie gerade eingestiegen war, losfuhr. Dabei verletzte sich die Frau an der Schulter. Sie klagte gegen den Straßenbahnbetreiber auf Schmerzensgeld, ihre Klage wurde jedoch abgewiesen. Laut Gericht habe sie keinen Anspruch auf eine Schmerzensgeldzahlung, da in der Straßenbahn eine Eigensicherungspflicht vorläge, die es den Kunden vorschreibe sich auf angemessene Weise selbst gegen Stürze und Verletzung zu sichern, gerade im Moment des Anfahrens sei diese Eigensicherung unbedingt notwendig.

Da es im Türbereich, wo die Klägerin zu Fall gekommen war, ausreichend Haltegriffe gegeben habe, die jedoch nicht von ihr benutzt wurden, sei ihr Sturz in gewissem Maße selbstverschuldet gewesen und die Beklagte also nicht schmerzensgeldpflichtig.

 

OLG Koblenz, Urteil vom 14.8.2000, Az. 12 U 839/99 (bei Google finden Sie den Volltext unter: „12 U 839/99 reise-recht-wiki.de“)

Stürzt ein Fahrgast in einem Linienbus, so muss das Busunternehmen grundsätzlich nicht haften.

 

Sollte es also in dem Bereich wo Sie gestürzt sind ausreichend Türgriffe gegeben haben, so könnte es aufgrund der obenstehenden Urteile durchaus schwierig werden, gegen den Straßenbahnbetreiber einen Entschädigungsanspruch geltend machen zu können.

 

Da ich in diesem Beitrag jedoch nur meine Rechtsmeinung wiedergeben kann, könnte sich das Hinzuziehen eines Rechtsanwalts für Reiserecht als vorteilhaft erweisen.

Beantwortet von (9,920 Punkte)
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