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Letzte Woche habe ich im Fernsehen einen Bericht über die Reaktorkattrophe und den Unfall in Tschernobyl gesehen. Dabei wurden auch Deutsche interviewt, und gefragt, wie sie den Unfall erlebt hätten. Eine Person sagte, sie wollten eine Klassenfahrt machen, die dann aber abgesagt wurde, und trotzdem bezahlt werden musste. Jetzt frage ich mich, ob das überhaupt so stimmen kann.

Angenommen der Lehrer des Gymnasiums buchte bei einem Busunternehmen die Fahrt nach Prag, um dort die Klassenfahrt zu machen. Angenommen für die Zeit vom 4 bis 9 Mai 1986. Dann Geschau am 25/26 April 1986 das Unglück in Tschernobyl, und das Bildungsministerium teilte dem Lehrer am 3 Mai 1986 mit, dass man von dieser Reise abrät. Woran sich der Lehrer auch hielt, die Reise fand nicht statt.

Der Lehrer, der sämtliche Reiseleistungen der geplanten Reise erbringen sollte, verlangte Ersatz bezahlter Stornogebühren für Hotelkosten in Höhe von 5.123,20 DM sowie erbrachter Auslagen für beantragte Visa und ausgehändigte Fachliteratur in Höhe von insgesamt 1.262,02 DM, jeweils nebst Zinsen.

Nun stellt sich die Frage, ob die Forderungen gerechtfertigt wären. Immerhin kann man ja davon ausgehen, dass so ein unvorhergesehenes und gefährliches Ereignis wie Tschernobyl zu einem Rücktritt von einer Reise durchaus berechtigen könnte. Außerdem gab es damals ja auch nicht so viele Informationen über das Ausmaß und die Gefährlichkeit. Zur Zeit der vorgesehenen Reise seien von den tschechischen Behörden weder Werte über die Strahlenbelastung in der CSSR bekannt gegeben noch irgendwelche Vorsorgemaßnahmen empfohlen worden. Über die mit der geplanten Reise verbundenen Gefahren habe somit große Ungewißheit bestanden.

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