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Mein Ehemann und ich unternahmen anlässlich unserer silbernen Hochzeit eine Kreuzfahrt. Diese kostete inklusive Hin und Rückflug 2850 Euro, und sollte vom 24.02.2015 bis 02.03.2015 andauern.

Schon als wir ankamen und das Schiff betraten, wurde uns mitgeteilt, dass eine Station der Reise leider nicht angelaufen werden kann. Das war sehr schade, aber ansonsten war es eine schöne Reise. Das Problem , das zweite Problem, betraf aber auch vielmehr den Rückflug.

Dieser erfolgte nämlich 25 Stunden später als eigentlich angegeben. Die 600 Euro entschädigung haben wir auch von der Fluggesellschaft erhalten.

Jetzt wollte ich wegen dieser 25 stündigen Verspätung aber auch noch den Reisepreis der Kreuzfahrt mindern. Kann ich das so ohne weiteres machen, oder muss ich da noch etwas beachten. Jeddenfalls habe ich das der Kreuzfahrtgesellschaft geschrieben, am 09.03.2015, unter Fristsetzung bis 22.03.2015, aber es kam keine Zahlung.

Denn die Kreuzfahrtgesellschaft behauptet, dass die Zahlung, die die Airline schon geleistet hat, auf den Anspruch gegen die Kreuzfahrt angerechnet werden muss. Dabei sind das doch zwei vollkommen verschiedene Sachen?

Gefragt in Flugverspätung von
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1 Antwort

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Guten Tag,

in Ihrem Fall könnte sich ein Blick in die EU-Fluggastrechteverordnung lohnen.

In Artikel 12 Absatz 1 dieser Verordnung steht nämlich, dass eine nach dieser Verordnung gewährte Ausgleichszahlung durchaus auf einen weitergehenden Schadensersatzanspruch angerechnet werden kann.

Jetzt müsste also geklärt werden, ob auch in Ihrem konkreten Einzelfall eine Anrechnung der bereits geleisteten Ausgleichszahlung auf einen möglichen Minderungsanspruch stattfindet oder nicht. 

Zur Klärung dieser Frage möchte ich ein Urteil heranziehen, in welchem meiner Meinung nach ein ähnlicher Sachverhalt zugrunde lag:

LG Bonn, Urteil vom 26.9.2013, Az. 8 S 156/13 (bei Google einfach eingeben: "8 S 156/13 reise-recht-wiki.de")

​​​​​​​Die Klägerin buchte für sich und ihren Mann bei der Beklagten eine Kreuzfahrt inklusive Hin- und Rückflug. Der geplante Reiseverlauf wurde jedoch geändert und eine Anfahrt eines wurde komplett gestrichen. Mithin hatte der Rückflug eine Verspätung von 25 Stunden.

Die ausführende Fluggesellschaft zahlte daraufhin bereits eine Ausgleichszahlung nach der Europäischen Fluggastrechteverordnung in Höhe von 600€ pro Person. Die Klägerin macht jetzt weiterhin Minderungsansprüche nach dem Reisevertragsrecht gegen die Beklagte geltend. Fraglich ist jedoch, ob der bereits gezahlte Ausgleichsanspruch auf einen möglichen Minderungsanspruch angerechnet werden kann.

Das AG Bonn entschied vorab, dass der Klägerin kein Minderungsanspruch zustehe, da dieser durch die Anrechnung des Ausgleichsanspruches erloschen sei. Das Berufungsgericht entschied ebenfalls, dass der Klägerin ein solcher Anspruch nicht zustehe und bestätigte damit das Urteil des Amtsgerichts.

Da es sich bei dem hier verhandelten Fall meines Erachtens nach um einen ähnlichen wie bei Ihnen handelt, denke ich dass auch in Ihrem Fall die Ausgleichszahlung auf den möglichen Minderungsanspruch angerechnet wird und Sie somit leider keine weiteren Ansprüche aus dem Reisevertragsrecht geltend machen können. 

Weiteres Urteil:

LG Frankfurt, Urteil vom 29.11.2012, Az. 2-24 S 67/12 (bei Google zu finden unter: "2-24 S 67/12 reise-recht-wiki.de")

Auch Ansprüche die gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden auf einem Minderungsanspruch beruhen, sind von Artikel 12 Absatz 1 der EU-VO 261/2004 betroffen und werden auf eine zu leistende Ausgleichszahlung angerechnet.

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich in diesem Beitrag lediglich meine persönlichen Gedanken zu Ihrem Sachverhalt zum Ausdruck bringen kann. Daher könnte es durchaus von Vorteil sein, zusätzlich einen Anwalt für Reiserecht um Rat zu fragen.

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